Tarifvertrag für die chemische industrie ost

Vereinbarungen, die eine ganze Branche betreffen, sind selten, aber wir hoffen, dass dies in Zukunft häufiger sein wird, da es die Rechte der Arbeitnehmer stärkt. In der Corona-Krise ist oft von Tarifverträgen als Garant für gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung die Rede. Supermarktkassierer oder Pfleger werden nicht nur mit Merci-Schokolade oder Applaus vom Balkon bedient, sagt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) immer wieder, sie hätten auch einen angemessenen Tarifschutz verdient. Aber in vielen Bereichen sind die Tarifverhandlungen “lausig”. Tarifverträge seien “ein wesentlicher Pfeiler der sozialen Marktwirtschaft”, sagte Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), dem Handelsblatt. “Gute Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen lassen sich nur mit einem Tarif erreichen – das zeigte sich auch in der Corona-Krise”, betonte der Gewerkschafter. Der Abschluss dieses Abkommens war ein langwieriger Prozess, bei dem Die Menschen auf die Straße gingen, um ihre Unterstützung für die IG BCE zu zeigen. IndustriALL beglückwünscht den neuen Tarifvertrag, der das Ergebnis solider Arbeitsbeziehungen ist. Für die Tarifverträge, in ganzen Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie, kommen die Tarifverträge ins Spiel. Sie gelten für einzelne Unternehmen wie Volkswagen.

Demnach waren 2019 sieben Prozent der Beschäftigten im Westen, im Osten elf Prozent und bundesweit acht Prozent. Darüber hinaus muss die Bundesregierung die Möglichkeit, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären, weiter erleichtern. Die Arbeitgeber sollten nicht mehr in der Lage sein, die allgemeine Haftung zu blockieren. Das Abkommen hat eine aktualisierte Chancengleichheitsklausel mit der Verstärkung eines gemeinsamen Ausschusses, und die Arbeitnehmervertretung in Krisenzeiten wird verbessert. Tatsächlich arbeiteten im vergangenen Jahr 44 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in Unternehmen mit Branchentarifvertrag. Das zeigen nun neue Daten des Betriebspanels des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In Westdeutschland arbeiteten 46 Prozent der Beschäftigten in Tarifverträgen – zwei Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. In Ostdeutschland sank die Quote im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 34 Prozent. Forscher der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) haben festgestellt, dass die Tarifverhandlungen in Deutschland seit Jahren rückläufig sind. “Selbst wenn dieser Erosionsprozess allmählich erfolgt, ist der Trend als solcher klar und setzt sich fort, zumindest in Westdeutschland.” Viele der nichtkollektiven Unternehmen nutzten branchenspezifische Tarifverträge als Bezugsrahmen bei der Aushandlung von Löhnen und Arbeitsbedingungen. Den Mitarbeitern in diesen Unternehmen fehle es aber “die gesetzliche Verpflichtung und damit die Sicherheit”, schreibt das IAB.

Es gilt die Regel: Je größer das Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass es einen Tarifvertrag gibt. So sind Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten im Westen und mehr als 500 Beschäftigten im Osten meist tarifgebunden. Doch gerade in Ostdeutschland wächst die Tendenz, sich einem Unternehmen statt einem Flächentarif zu unterwerfen, stärker.